GEW zur PISA-Studie:

Die GEW Saarland zeigte sich von den PISA-Ergebnissen wenig überrascht. „Die Erkenntnisse sind mehr oder weniger immer die Gleichen. Was fehlt, sind die entsprechenden politischen Konsequenzen...

 und Handlungsstrategien!“ betonte GEW-Landesvorsitzender Thomas Bock. PISA bestätige noch einmal das „Kardinalproblem des deutschen Schulsystems“: die starke Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen. Wie in den vergangenen PISA-Runden seien die Durchschnittswerte der Schülerinnen und Schüler in Deutschland im oberen Mittelfeld als „recht ordentlich“ zu bewerten.


Betrachtet man die Ergebnisse der PISA-Studie im Zusammenhang mit anderen internationalen Bildungsstudien, wie der kürzlich veröffentlichten Studie für den Grundschulbereich (TIMSS), so ist auffällig, dass der Anteil der Risikoschüler_innen (Schüler_innen, die nur eine niedrige Kompetenzstufe erreichen) konstant bei nahezu 25% verharrt.


„Wenn wir ernsthaft verhindern wollen, dass fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler regelmäßig abgehängt wird, dann muss die Politik endlich entschieden mehr Geld in die Bildung investieren“, so GEW-Landesvorsitzender Thomas Bock.

 
Nötig sind: Kleinere Lerngruppen, eine Absenkung der Unterrichtsverpflichtung zu Gunsten von Beratungszeit und eine Lehrkräftezuteilung, die die besonderen pädagogischen Herausforderungen der Einzelschule in den Blick nimmt. Schulen, die überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Schichten und solche, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, aufnehmen, müssen zusätzliche Lehrerkräfte und Schulsozialarbeiter erhalten. Nur so können die Schulen beispielsweise mit Doppelbesetzungen im Unterricht auf die durch Zuwanderung und Inklusion zusätzlich gestiegenen Herausforderungen reagieren.

 
Auch der weitere zügige Ausbau der Gebundenen Ganztagsschulen ist ein geeignetes Mittel, Kinder und Jugendliche dieser Risikogruppe besser zu fördern. Die GEW unterstützt ausdrücklich Bildungsminister Commerçon bei seinem Vorhaben einen Rechtsanspruch auf Gebundenen Ganztag einzuführen.