Sofortige Maßnahmen gegen Kinderarmut

Saarbrücken – „Angesichts der Wirtschaftskraft Deutschlands und der daraus resultierenden sprudelnden Steuereinnahmen ist die abermalige drastische Zunahme der Kinderarmut ein Skandal“, ...

so Landesvorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, Thomas Bock. Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie waren im vergangenen Jahr 25.000 saarländische Kinder auf Hartz IV angewiesen - fast 3.000 mehr als noch 2011. Damit ist der Anstieg armutsgefährdeter Kinder wesentlich drastischer als im Bundesdurchschnitt.

Besonders groß ist das Armutsrisiko für Kinder in alleinerziehenden Familien mit mehreren Geschwistern im städtischen Raum. Die meisten Kinder mit Grundsicherungsleistungen leben im Regionalverband Saarbrücken (26,6 Prozent) und im Landkreis Neunkirchen (20,1 Prozent). Fast 50 Prozent der Kinder von Alleinerziehenden leben von Hartz IV.

„Höhere Investitionen zur Verbesserung der sozialen Infrastruktur an Schulen, Kitas und in der Jugendhilfe sind längst überfällig, will unser Land sein Kostbarstes, nämlich gut ausgebildeten und selbstbewussten Nachwuchs, nicht verspielen“, so Thomas Bock.

Ganz konkret fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft einen weiteren zügigen Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen, mehr Sozialarbeiter besonders an Grundschulen, aber auch an weiterführenden Schulen und beruflichen Schulen und die Lehrkräftezuweisung nach Sozialindex. Letzteres hieße, dass Schulen, die in hohem Maße Kinder und Jugendliche mit Grundsicherungsleistungen aufnehmen, einen Zuschlag bei der Lehrkräftezuweisung erhielten.


Hierbei erwartet die GEW klares und entschlossenes Handeln seitens der Politik.