Fehlende Anreize für Ganztagsschulen

Die GEW sieht in den Ergebnissen der aktu- ellen Bertelsmann-Studie grundsätzlich die Investitionsanstrengungen der Landesregie- rung bestätigt, weist aber auch klar auf Defizite hin. ...

Die Landesregierung muss dringend Kurskorrekturen einleiten, um die Gründung von Ganztagsschulen für Schulgemeinschaften und Schulträger attraktiver zu machen. Zwar leistet die Landesregierung Unterstützung bei der Anschubfinanzierung, mit den gestiegenen laufenden Kosten werden die Schulträger dann aber in vieler Hinsicht allein gelassen. So trägt der Schulträger beispielsweise die Kosten für einen der beiden Schulsozialarbeiter. Das macht Neugründungen für Schulträger mit ihren äußerst angespannten Haushaltslagen nicht attraktiv.

Für die Lehrerinnen und Lehrer an Ganztagsschulen sollten ausreichend Arbeitsplätze geschaffen werden. Wer acht Stunden in der Schule ist, braucht seinen eigenen Arbeitsplatz für Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung. Daran mangelt es noch an den meisten Ganztagsschulen. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden, um die Arbeitsmöglichkeiten für Lehrerinnen und Lehrer an Ganztagsschulen zu verbessern.

Die GEW Saarland fordert seit Jahren eine sozialindizierte Ressourcenzuweisung für saarländische Schulen. Da der überwiegende Teil der Ganztagsschulen in innerstädtischen Bereichen liegt, oft in sozialen Brennpunkten, reichen gerade für diese Standorte mit ihren enormen pädagogischen Herausforderungen die vorgehaltenen Ressourcen häufig nicht aus. "Für diese Schulen ist eine höhere Personalzuweisung erforderlich, die sich an den Besonderheiten des Einzugsgebiets fest macht", betonte Thomas Bock, Vorstandsmitglied der GEW Saarland.