GEW: Gebühren für Studierende unsozial

"Völlig zurecht gehen die Studierenden gegen die Einführung der Verwaltungsgebühren an der Universität des Saarlandes auf die Straße!", meint Patrik Zeimetz, der Vorsitzende der Fachgruppe Hochschule...

und Forschung der GEW-Saarland, und bekräftigt damit die breits im September herausgegebene Meldung der GEW. "Vor allem im Saarland, einem Land in dem anteilig so viele Arbeiterkinder wie sonst nirgends in Deuschland an ihren Hochschulen im Land studieren, ist es notwendig, die sozialen Hürden und die Kosten für ein Studium für die Studierenden so gering wie möglich zu halten", so Zeimetz.

Die Argumente der Studierendenvertretung sind nicht von der Hand zu weisen. So bringt eine Verteuerung des Studiums in einem Bundesland, in dem ohnehin massiv an der Hochschulbildung gespart wird, das Land in eine schlechte Lage im Vergleich zu anderen Bundesländern. Alle Studieninteressierten, die sich für eine Hochschule in einem anderen Bundesland entscheiden, bedeuten den Verlust von Geldern aus dem sogenannten Hochschulpakt für die saarländischen Hochschulen. Die erhofften Gewinne für die Hochschulen könnten so schnell aufgebraucht sein.

"Es ist eine Schande, dass Hochschulen dazu gezwungen werden, sich und dem Land das Kapital selbst zu entziehen und damit die Zukunftschancen zu verbauen. Der sozio-ökonomische Gesamtschaden, der dem Land dadurch entsteht, wurde schon eindrücklich vorgerechnet.", unterstreicht Zeimetz. Die Landespolitik versucht sich hier sauber aus der Affaire zu ziehen. Durch die Streichung von Finanzmitteln werden die Hochschulen in massive Schwierigkeiten gebracht und gleichzeitig bietet man ihnen die Möglichkeit - zwingt sie also dazu - verdeckte Studiengebühren zu erheben und somit die schwächste Gruppe an den Hochschulen zu belasten.

Bremen hat es vorgemacht und hat sich auch mit den - oder gerade wegen der Investitionen im Bildungsbereich aus der Schuldenfalle herausgeschafft. In unserem Land versucht man es durch Sparen an der falschen Stelle und riskiert damit auch eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen an den Hochschulen.